Welch Affentheater!
Affentheater 1
Seit einigen Jahren erscheint mir die ganze Welt wie ein einziges Affentheater.
Machtpolitiker drängen sich ins grelle Rampenlicht dieser Bühne
und scheinen sich in dieser Rolle ausgesprochen wohlzufühlen.
Vor allem zwei von ihnen.
Doch nicht nur diese beiden sind machthungrig, eitel, verbissen …
Der Erdball ist leider voller solcher Affen.
Im Privaten wäre das kaum mehr als unerquicklich – allenfalls unerquicklich für die Ehefrauen. Auf der Weltbühne jedoch wird ihr Gehabe bedrohlich und verstörend.
Die Folgen trägt am Ende die ganze Welt –
jene Welt, die sie selbst in Brand gesetzt haben.
Affentheater 2
Vielleicht steckt in jedem von uns Menschen ein wenig Affe:
Verspieltheit, Eitelkeit, List, Lächerlichkeit, aber auch Mut und Grazie.
In manchen Kulturen wird der Affe als Krafttier verehrt. Man verbindet mit ihm Neugier, Kreativität, Agilität, Anpassungsfähigkeit, Einfallsreichtum und die Gabe, Probleme zu lösen.
Nur mit den Problemlösungen in dieser Welt scheint es noch immer unerquicklich weit her zu sein.
Affentheater 3
Als ich meine Tanzaffen aus Pappmaché formte, dachte ich an Degas’ La Petite Danseuse de quatorze ans, die zunächst als bemalte Wachsfigur entstand und später in Bronze gegossen wurde – mit einem Ballettkleid aus Tüll. Die Tänzerin wurde von den Kritikern ihrer Zeit zunächst als hässlich empfunden. Doch Zeitgeschmack ist ein flüchtiges, wandelbares Maß.
Über die von Instagram gesteuerten Schönheitsideale der Gegenwart wird man sich eines Tages vermutlich belustigt wundern.
Und so tanzt er vor uns her: der eitle und zugleich liebenswerte Affe im Tütü.