2019 habe ich immer wieder Chamäleons gemalt, die mich nach einem Besuch des  Mini-Regenwald-Ökosystem im Züricher Zoo so sehr faszinierten: Ihre Farben, ihr Vermögen sich der Umgebung anzupassen. Auch ich spiele mit Farben, einer breiten Palette von Öl- und Pastellfarben. Das Chamäleon nimmt einen Platz in meinem Werk „Les Meninas“ (einem Paravent, bestehend aus 5 Bildtafeln) ein. Kompositorisch zwar an Diego Velázquez 1656 entstandenem Ölbild „Les Meninas“ angelehnt, ist auf meinem Bild alles anders und nichts so wie es scheint. Rollen sind teilweise vertauscht oder neu vergeben, sowohl die Geschlechterrollen, als auch die der Höffräuleins. Im Ausgangswerk ist eine Zwergin mit großem Kopf Beiwerk. In meinem Werk weicht die Zentralfigur der Prinzessin von der Norm ab. Um Normabweichungen dreht bei für mich beim Kunstmachen Etliches. Meine Motivation zu malen, war immer auch, mich vom Korsett einer streng katholischen Erziehung zu befreien, einer Kinderstube, die einerseits mit Verklemmtheit einherging, andererseits stets mit sexuellen Anzüglichkeiten verzahnt war. Erotik, Sexualität, Scheinheiligkeit gaben Anstoß für viele meiner Werke, bei denen der weibliche und der männliche Körper Bildthema wurden. Meine surrealistischen Bilder gehen aus Träumen, spontanen Ideen sowie meiner Beschäftigung mit alten und jungen Meistern der Kunstgeschichte hervor. Es sind Bilder, die wie Blasen aus der Tiefe hoch kommen. Manche meiner 2019 entstandenen Türenbilder sind einfach nur schön: Vor allem die andalusischen Türen strahlen jene verblassende Eleganz aus, die ich auf meinen Spanienreisen erlebte. Einige Türen laden dazu ein, eine Schicht tiefer zu sehen. Der Körper einer dem Betrachter zugewandten Frau ist teilweise mit einer Tür bekleidet, einen Spalt breit geöffnet. Ihr Türkleid bildet ein stützendes Korsett, doch auch einen Zugang zum Körper. In aufrechter Haltung steht sie vor einem Kinderbett, auf dem ein weißes Taufkleid ausgebreitet liegt. Das Entwerfen ungewöhnlicher Bildszenen reizt mich. So entstand das Bild „Verlockung“,  angeregt von der 1936 geschaffenen sitzenden Skulptur „Adam und Eva“ von Max Beckmann, bei der sich die Schlange um Adams Körper windet, gleichsam als Schwanzverlängerung.  Bei mir rückt die Figur des Adams mit seinem Schlangenpenis in den Hintergrund eines Bühnenbildes. Im Vordergrund aufgereiht, platziere ich 4 Revuetänzerinnen wie Papierpuppen mit einen Apfel als Trophäe in der Hand.